Strom - Energie per Draht
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Infografik Nr. 370380
Strom – Energie per Draht
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland entwickelte sich zwischen 1991 und 2006 annähernd konstant, ehe er dann bis 2014 deutlich zurückging. Anders d ...
Strom – Energie per Draht
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland entwickelte sich zwischen 1991 und 2006 annähernd konstant, ehe er dann bis 2014 deutlich zurückging. Anders der (Brutto-)Stromverbrauch, der zwischen 1991 und 2007 von 540 auf 622 Mrd Kilowattstunden (kWh) anstieg und danach in eine Seitwärtsentwicklung überging. Strom ist aus Sicht der Verbraucher eine bequeme und saubere „Edelenergie“. Er bedarf keiner weiteren Umwandlung mehr und kann sowohl als Kraft-, Wärme- oder Lichtquelle eingesetzt werden. Er ist nach Bedarf jederzeit verfügbar und lässt sich exakt regeln und abrechnen. Der über viele Jahre zu beobachtende Verbrauchsanstieg resultiert auch aus den Strukturveränderungen in der Wirtschaft – hin zu „sauberen“ Produktionsprozessen und zu den Dienstleistungen – und aus dem Trend zu größerem Komfort im Haushalt.
Entsprechend dem Stromverbrauch entwickelte sich die Brutto-Stromerzeugung. Sie lag 1991 bei 540 Mrd kWh und stieg ab Mitte der 1990er Jahre fast ununterbrochen bis auf 641 Mrd kWh im Jahr 2008. Im Krisenjahr 2009 wurde dieser Aufwärtstrend mit einem Rückgang auf 596 Mrd kWh gebrochen und auch in den Folgejahren erreichte die Stromproduktion die früheren Spitzenwerte nicht wieder.
Im Hintergrund sind derweil die Strukturen der Stromerzeugung in Bewegung geraten. Für die Grundlastversorgung, d.h. die Deckung des ständigen Mindestbedarfs, bedarf es kontinuierlich laufender Kraftwerke, wie sie in Deutschland auf der Basis von Braunkohle oder Atomkraft betrieben werden. Für die Mittellast, den zu bestimmten Zeiten regelmäßig auftretenden Mehrbedarf, dienen Steinkohle- und Gaskraftwerke; kurzfristige Bedarfsspitzen lassen sich mit Hilfe rasch zuschaltbarer Gasturbinen und Speicherwasserkraftwerke bewältigen. Der rasante Ausbau der erneuerbaren Energien, der gesetzlich beschlossene Atomausstieg und die klimapolitisch bedingten Vorbehalte gegenüber neuen Kohlekraftwerken erzwingen jedoch Veränderungen in diesem System. So sind wegen des schwankenden Stromertrags aus Wind- und Sonnenenergie erhebliche Reservekapazitäten und Regelleistungen erforderlich. Auch muss das Hochspannungsnetz an die neuen Standorte der Stromerzeugung (z.B. in Offshore-Windparks) angepasst werden.
Stammten Anfang der 1990er Jahre 84 % der Stromerzeugung zu annähernd gleichen Teilen aus Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie und erst 3 % aus erneuerbaren Energien, so haben sich die Gewichte seitdem deutlich verschoben. 2014 trugen die Erneuerbaren bereits 26 % zur Stromproduktion bei.
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |
| Ausgabe: | 03/2015 |