Warum überschuldet?

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Infografik Nr. 463833

Warum überschuldet?

Fast jeder zehnte Erwachsene in Deutschland ist als Privatperson überschuldet. Überschuldung bedeutet, dass die betreffende Person nicht in der Lage ist, ihren fäll ...

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Warum überschuldet?

Fast jeder zehnte Erwachsene in Deutschland ist als Privatperson überschuldet. Überschuldung bedeutet, dass die betreffende Person nicht in der Lage ist, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nachzukommen und auch nicht über Vermögen oder andere Kreditmöglichkeiten verfügt. Weil die verfügbaren Mittel nicht ausreichen, bleiben Kreditraten, Versandhausbestellungen, Telefon- und Stromrechnungen, Unterhaltsverpflichtungen oder Mieten unbezahlt. 2012 war dies bei 6,6 Mio Bürgern (9,65% aller Erwachsenen) bzw. 3,3 Mio Haushalten der Fall. Zu diesem Ergebnis gelangt der Creditreform SchuldnerAtlas 2012 nach Auswertung von Daten über ernsthafte Zahlungsstörungen.

Ein Vergleich mit den Vorjahren zeigt einen Wiederanstieg der Überschuldungsquote, die zuvor über mehrere Jahre zurückgegangen war. Dass es trotz hoher Beschäftigung und steigender Löhne dazu kam, ist dem Bericht zufolge gerade auf das wieder freundlichere Konsumklima zurückzuführen: Nach einer Phase des Verzichts entschlossen sich viele Haushalte dazu, die zuvor aufgeschobenen Anschaffungen nachzuholen und sich wieder etwas mehr zu leisten. Oft überschritten sie damit aber ihre finanziellen Möglichkeiten.

Die durchschnittliche Höhe der Zahlungsrückstände lag bei 33000 € je betroffene Person, das Gesamtvolumen der privaten Überschuldung bei 218 Milliarden €. Durch Zahlungsschwierigkeiten am stärksten betroffen sind die mittleren Altersgruppen. Von den 30- bis 39-Jährigen – im typischen Alter der Familiengründung oder der Einrichtung eines Haushalts – waren 2012 knapp 13% überschuldet. Die stärkste Zunahme von Überschuldungsfällen war in den letzten Jahren aber bei den 20- bis 29-Jährigen zu beobachten, das heißt in einer Altersgruppe, die meist am Anfang des Berufslebens steht und oft noch niedrig entlohnten oder befristeten Beschäftigungen nachgeht.

Meist sind die finanziellen Engpässe auf Ereignisse zurückzuführen, die den gewohnten Lebensrahmen sprengen. Anhand von Rückmeldungen von Schuldnerberatungsstellen in ganz Deutschland berichtet das Statistische Bundesamt über die entscheidenden Auslöser der dort bearbeiteten Überschuldungsfälle. Auch 2011 waren die Zahlungsschwierigkeiten am häufigsten (in 27% der Fälle) auf Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Ebenfalls häufig genannt: die Auflösung der Partnerschaft und das Auftreten gesundheitlicher Probleme. An vierter Stelle rangierte „unwirtschaftliche Haushaltsführung“.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Ausgabe: 01/2013
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